CARE. Beratung
Workshops
Männlichkeitsbilder
Vielfalt entdecken, Stärke flexibel definieren
Ein Workshop für Jungen und männlich identifizierte Jugendliche von 12 bis 16 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Frage, was gesellschaftliche Erwartungen an Männlichkeit bedeuten und wo sie Wahlmöglichkeiten einengen, statt sie zu erweitern.
Die Teilnehmenden reflektieren gesellschaftliche Normbotschaften, unterscheiden verschiedene Formen von Stärke, erweitern ihren Wortschatz für Gefühle und körperliche Stresssignale und üben konkrete Schritte des Hilfeanbietens und Hilfeholens. Persönliche Erfahrungen müssen nicht geteilt werden.
Dauer: 180 Minuten (3 Stunden), einschließlich zweier Pausen
Teilnehmende: bis 12 Jugendliche
Zielgruppe: Jungen und männlich identifizierte Jugendliche, ca. 12 bis 16 Jahre
Setting: Schule oder pädagogische Einrichtung
Ziele des Workshops
- erkennen, dass Männlichkeitsnormen gesellschaftliche Erwartungen sind, nicht die Identität des Einzelnen
- hilfreiche, neutrale und belastende Botschaften über "Mann-Sein" an Beispielen unterscheiden
- Gefühle und körperliche Stresssignale in fiktiven Situationen genauer benennen
- üben, wie man einen Freund anspricht, zuhört und erwachsene Hilfe einbezieht
- eine private, freiwillige Handlungsabsicht formulieren und mindestens zwei geprüfte Hilfewege kennen
Inhalte und Methoden
Der Workshop verbindet Gespräch, Fallarbeit und praktische Übung. Die Jugendlichen werden nicht belehrt, sondern anhand von Normbotschaften und fiktiven Fallbeispielen zum eigenen Einordnen eingeladen.
- Begrüßung, Kennenlernen und gemeinsamer Schutzrahmen
- Normbotschaften sichtbar machen: welche Erwartungen begegnen Jungen wirklich?
- Input: Normen, Identität und Vielfalt von Männlichkeit
- Falllabor "Stärke oder Druck?": Verhalten anhand von Situation und Wirkung einordnen
- Gefühle und Stresssignale benennen lernen
- Hilfe suchen und Hilfe anbieten: eine kurze, sichere Unterstützungssequenz üben
- Stärkenkompass: eine konkrete Fähigkeit und einen realistischen persönlichen Schritt wählen
- Abschlussreflexion und anonymes Feedback
Für Schulen
Der Workshop eignet sich als Ergänzung zu Themen wie Identität, Geschlechterrollen, soziale Kompetenzen, Ethik, Religion, Sozialkunde oder Biologie.
Eine benannte Lehr-, Schulsozialarbeits- oder Wohlbefindensperson ist während des Workshops verfügbar und für die Nachsorge zuständig. Die Rolle ist begleitend. Der Workshop lebt davon, dass die Jugendlichen offen sprechen können, ohne beurteilt zu werden.
Haltung
Die Arbeit ist wertschätzend und offen. Das Konzept setzt weder eine bestimmte sexuelle Orientierung noch eine bestimmte kulturelle, religiöse oder familiäre Lebensform voraus.
Die Teilnahme ist freiwillig. Niemand muss eigene Erfahrungen offenlegen. Bei Minderjährigen und Sicherheitsrisiken bestehen Grenzen der Vertraulichkeit. Das wird vorab transparent erklärt.
Der Workshop ist kein therapeutisches Angebot. Für nachhaltige Wirkung werden Folgeeinheiten und die Einbettung in bestehende Schutz- und Unterstützungsstrukturen empfohlen.
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Beziehungen, Grenzen und Selbstbestimmung
Grenzen erkennen, Sprache finden, Hilfe wissen
Ein Workshop für Mädchen und junge Frauen von 14 bis 18 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie respektvolle Beziehungen aussehen, wo Kontrolle und Druck beginnen und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt.
Die Teilnehmerinnen setzen sich mit Einwilligung, Grenzen, digitaler Kontrolle und eigenen Unterstützungswegen auseinander.
Dauer: 180 Minuten (3 Stunden), einschließlich zweier Pausen
Teilnehmerinnen: bis 12; ab 9 Teilnehmerinnen zwei Leitungspersonen
Zielgruppe: Mädchen und junge Frauen, 14 bis 18 Jahre
Setting: geschützter Raum in Schule, Jugendeinrichtung oder vergleichbarem institutionellem Rahmen mit vorab geklärten Schutzwegen
Ziele des Workshops
- Formen von respektvollem, problematischem und gewaltförmigem Verhalten unterscheiden
- Kontrolle, Druck, Demütigung und digitale Überwachung erkennen und benennen
- Einwilligung als freiwillig, informiert, konkret und jederzeit widerrufbar verstehen
- kurze, konkrete Grenz- und Ausstiegssätze in risikoarmen Übungen erproben
- mindestens zwei passende Hilfewege kennen und einen persönlichen Hilfeplan mitnehmen
Inhalte und Methoden
Der Workshop verbindet Wissensvermittlung, Fallarbeit und Übung. Die Teilnehmerinnen werden nicht belehrt, sondern anhand fiktiver Fallbeispiele zum eigenen Einordnen und Diskutieren eingeladen. Persönliche Gewalterfahrungen werden nicht abgefragt.
- Ankommen, Sicherheitsrahmen und freiwillige Beteiligung klären
- Input und Gespräch: Formen von Beziehungsgewalt und Kontrolle
- Fallkarten sortieren und begründen: respektvoll, problematisch oder gewaltförmig?
- Einwilligung und Grenzen: was "Ja" wirklich bedeutet
- Übung: Grenzen setzen, aussteigen oder Hilfe holen
- Digitale Grenzen: Standortkontrolle, Passwortdruck, Bilddruck
- persönlicher Hilfeplan mit konkreten Anlaufstellen
- Abschlussreflexion und anonymes Feedback
Für Schulen und Träger
Der Workshop eignet sich als Ergänzung zu Themen wie Sozialkunde, Ethik, Religion, Biologie oder Gesundheitsförderung.
Eine Begleitperson des Trägers sollte anwesend sein. Die Rolle ist unterstützend, nicht bewertend. Der Workshop lebt davon, dass die Teilnehmerinnen offen sprechen können, ohne beurteilt zu werden.
Nach Abschluss erhält der Träger einen anonymisierten Ergebnisbericht ohne individuelle Rückschlüsse.
Haltung
Die Arbeit ist wertschätzend, klar und altersangemessen. Die gleichen Maßstäbe für Respekt, Sicherheit und Einwilligung gelten für alle Teilnehmerinnen.
Die Teilnahme ist freiwillig; niemand muss eigene Erfahrungen offenlegen. Vertraulichkeit wird so weit wie möglich gewahrt; bei einer akuten Gefährdung greifen die vorab festgelegten, verpflichtenden Schutzabläufe des Trägers. Das wird den Teilnehmerinnen vorab transparent erklärt.
Nachbetreuung und Vertiefung
Ergänzend zum Grundworkshop bieten wir eine sechsteilige Vertiefungsreihe an. Sechs Termine à 90 Minuten, vorzugsweise alle 2 bis 4 Wochen, sowie einen Auffrischungstermin 8 bis 12 Wochen nach Abschluss der Reihe. Das ist eine organisatorisch praktikable Umsetzung eines evidenzinformierten Modells.